Archiv für Krieg

Brothers in Arms

Posted in Geschichten Allgemein with tags , , , , , , on 13. Januar 2022 by Wortman

„Chris halt durch!“
Brüllte Jack seinem besten Freund durch den Schlachtenlärm entgegen, während er so schnell er konnte, über das, von Kratern verwüstete, Schlachtwelt robbte. Es wäre unverzeihlich seinen besten Freund im Stich zu lassen.
Gewehrschüsse peitschten, Granaten krachten, Artilleriegschütze brüllten, Schlachtflugzeuge donnerten über ihre Köpfe hinweg und Panzer rasselten über die kraterartige Fläche. Gegnerische Scharfschützen nahmen sie aufs Korn und der Feind schoss aus allen Rohren.
Zehn Meter vor ihm sprengte eine Artilleriegranate ein gewaltiges Loch in den Boden. Er lugte um das Wrack eines ausgebrannten leichten Panzers. Ein Hoffnungsschimmer stieg in ihm auf, als er seinen Freund hinter einem Hügel zusammengekrümmt kauern sah, etwa dreißig Meter entfernt. Er rappelte sich auf und hechtete in den Krater, rollte sich unbeholfen ab und krabbelte auf der anderen Seite aus dem Loch. Er nahm all seinen Mut zusammen und sprintete die letzten zwanzig Meter zu seinem Freund, während ihm Kugeln um die Ohren flogen. Er schlitterte zu seinem Freund hinter dem Hügel.
„Warum machst du das?“
Fragte Chris ungläubig.
„Dich retten?“
Er holte Atem.
„Wir kennen uns seit dem Kindergarten, ich kann dich nicht im Stich lassen!“
„Zu spät, ich wurde getroffen, einer der Sniper …“
Jack wurde kreidebleich.
„WAS? Wo? Ich bin Medic, du Depp!“
Chris drehte sich zur Seite und offenbarte seine vor Blut triefende Uniform in der Lendengegend. Jack riss die Uniform auf und untersuchte die stark blutende Wunde. Er klopfte ihm auf die Schulter.
„Das bekommen wir wieder hin, wir bekommen das immer hin.“
Gekonnt entfernte er chirurgisch die deformierte Kugel und nähte fachmännisch die Wunde.
„Jetzt ein Bier, das wäre schön.“
Waren seine letzten Worte, als kurz danach eine 152mm Artilleriegranate in ihr Versteck einschlug und ihrer beiden Leben in einem Atemzug ausradierte.
Das Ende einer langen Freundschaft.
Gemeinsam bis in den Tod.

© L. S.

Es ist soweit…

Posted in Uncategorized with tags , , , , , , , , , , , , , on 24. Oktober 2017 by Wortman

Rick und Co vs Negan… Jetz geht es richtig los…

Wortman

Nun ist es soweit: Walking Dead S08Ep01 ist gelaufen. Heute Morgen gleich angeschaut.

Es geht schon gut los… Das macht Geschmack auf mehr.

Den Trailer zur 8. Staffel findet ihr HIER oder HIER.

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Ein Morgen

Posted in Geschichten Allgemein with tags , , , on 30. August 2012 by Wortman

Ein Morgen. Dichter Nebel lag über der Ebene. Hin und wieder tauchten Schemen im Nebel auf. Sie liefen oder krabbelten ziellos umher. Manchmal hörte man von irgendwo Schmerzensschreie.
Einer lag da, spürte seine Beine kaum. Er versuchte etwas in dem Nebel zu erkennen. Ein Schemen tauchte auf.
„Hier bin ich! Hilf mir!“
Etwas blitzte auf. Ungläubig starrte er auf die Lanze, die plötzlich und ohne Vorwarnung in seiner Brust steckte. Dann wurde es dunkel.
Ein Anderer hörte metallenen Lärm aus der Ferne. Schwerter schlugen aufeinander. Er schaffte es, auf die Knie zu kommen. Langsam krabbelte er los, den Lärm der Schwerter hinter sich lassend. Dann kam Bewegung in den Nebel. Schnell versuchte er sich aufzurichten. Der Morgenstern traf ihn von links.

Ein Morgen. Der Nebel lichtete sich langsam. Der Soldat stützte sich auf sein Schwert. Hufgetrappel kam von rechts. Er sah wehende Umhänge.
„Hoch lebe Lord Duncan!“, rief er.
Das Sirren vieler Pfeile erfüllte die Luft. Lord Duncan’s Reiter hatten keine roten Umhänge.
Der Mann zog sich den Pfeil aus dem Bein. Das Blut färbte seine Hose rot. Ein Kamerad half ihm hoch. Gemeinsam liefen sie los, der Kampflärm hinter ihnen interessierte sie nicht mehr. Sie erreichten eine Straße und kamen beim Überqueren ins Stolpern. Das Geräusch jagender Pferde erfüllte die Luft. Die Reiter wichen nicht aus.

Ein Morgen. Der Nebel war fast verschwunden. Überall lagen sie. Die Toten, die diesem Morgen seine besondere Note gaben. Das Donnern vieler Hufe zerschnitt die Stille. Das Hämmern laufender Füße gesellte sich dazu.
Wie ein Echo erschallten die gleichen Geräusche aus dem Süden.
Die Schlacht begann von vorne…

©2003 by T.R. aka Wortman

Ein zweiter Morgen

Posted in Geschichten Allgemein with tags , , , on 30. August 2012 by Wortman

Der Morgen nahte. Er stand in seinem, in der Nacht, ausgebuddelten Loch. Der Mann hatte sein Lieblingsspielzeug in der Hand. Warf es von einer Hand in die andere und wieder zurück. Er nannte sein Spielzeug den „Schnellbräter“.
Dumpfes Motorengeräusch war zu hören. Es kam immer näher. Kurz darauf tauchte nicht weit vor ihm einer dieser gegnerischen Panzer auf. Er duckte sich und wartete, bis das Fahrzeug an ihm vorbeigefahren war. Schnell sprang er aus seinem Loch, rannte hinter dem Panzer her, um dann von hinten an ihm hochzuklettern. Nachdem er den Turm erreicht hatte, öffnete er ihn schnell, zog den Stift und warf sein Spielzeug hinein. Dann sprang er ab. Kurz danach gab es eine Explosion und Feuer kam aus der Turmluke. Wieder einmal machte das Spielzeug seinem Spitznamen alle Ehre.

Der gleiche Morgen. Sie lagen in ihren Schützengräben. Plötzlich donnerte es vielfach drüben bei den Hügeln. Ein Pfeifen erfüllte die Luft.
„Achtung Granaten!“ schrie jemand auf der linken Seite. Der Mann fing an zu beten, daß er es überstehe. Dann erfolgten die Einschläge.
Es war sein letztes Gebet.

Es wurde hell. Die Jagdstaffel flog im Tiefflug auf den Versorgungskonvoi zu. Ihnen wurde gesagt, wenn sie den gegnerischen Konvoi zerstörten, gäbe es drei Tage frei. Er freute sich auf seine Frau und seine Tochter. Morgen hatte die Kleine Geburtstag und er konnte dabei sein.
Plötzlich hämmerte ihnen Sperrfeuer von Flaks entgegen.
‘Von wegen Konvoi…’ dachte er noch. Seine Tochter feierte ihren Geburtstag ohne den Vater.

Während sie starben, begann an diesem Morgen wieder einmal das Donnern der Geschütze, das Hämmern der Maschinengewehre und die Schreie all derer, die ihren Gegner nicht gesehen hatten.

©2003 by T.R. aka Wortman