Archive for the Geschichten Allgemein Category

Der Besuch

Posted in Geschichten Allgemein with tags , , , , , on 19. Januar 2022 by Wortman

„Omega 21, wir beginnen mit dem Eintritt in die Atmosphäre dieses neuen Planeten.“ Das Raumschiff steuerte auf einen der Kontinente zu. Was die Forscher vom Planeten Wega sahen, war ein gigantisches Waldgebiet. „Omega 21! Wir haben es hier mit gigantischer Vegetation zu tun. Sie erstreckt sich ca. 15m in die Höhe.
Kurz nach der Landung verließen die Forscher ihr Raumschiff mit einem Erkundungsfahrzeug. Sie waren nicht einmal 20 km gefahren, als ein gewaltiges Beben den Boden zu zerreißen drohte. „EF an Raumschiff. Könnt ihr den Ursprung dieses Bebens orten?“ Die Antwort kam schneller als ihnen lieb war. „Es kommt von Norden genau auf euch zu. Kommt sofort zurück!“
„Wir sind schon unterwegs!“
Nachdem sie zurück waren, wurden die Erschütterungen immer gewaltiger. „Wir müssen sofort starten, bevor unser Schiff zerstört wird.“
Im gleichen Augenblick wurde es dunkel und etwas Riesiges senkte sich herab.
„Schnellstart! Sofo……“. Die Explosion zerriss das Raumschiff sofort.

„Verdammt du blöder Köter! Musst du immer die Kühe jagen?“ Der Junge lief hinter den Kühen her und versuchte sie zum Stehen zu bekommen.
Von dem Lichtblitz und dem Knall auf dem Boden zwischen den Weidegräsern bekam er nichts mit.

© 2000 by T.R. aka Wortman

Adoption

Posted in Geschichten Allgemein with tags , , , , , on 18. Januar 2022 by Wortman

Die Eltern saßen mit ihrem fast 16jährigen Sohn am Küchentisch. Während der Vater in die Tageszeitung vertieft war, stocherte der Junge weiter unverdrossen lustlos in seinem Essen herum.
Der Vater gab der Mutter ein Zeichen und legte langsam die Zeitung beiseite.
„Junior“, sprach er im ruhigen Ton. „Du wurdest adoptiert.“
Dem Jungen fiel die Gabel aus der Hand.
„Wie bitte?“
„Du hast schon richtig gehört. Du wurdest adoptiert.“
„Und das sagt ihr mir einfach so? Ohne Vorwarnung? Das hätte man auch anders machen können!“
Das spannungsgeladene Knistern im Raum konnte man förmlich hören. Der Mann schaute seinem Sohn direkt in die Augen.
„Mach nicht so ein Gesicht und seh zu, dass du deine Tasche packst.“
„Was soll das denn jetzt?“
„Ich sagte doch, du bist adoptiert. In 30 Minuten wirst du abgeholt!“
Mit diesen Worten stand er auf, ging zum Kühlschrasnk und holte einen Puddingbecher heraus.
Noch 30 Minuten, dachte er. Dann futtert mir niemand mehr meinen Wackelpudding weg!“

© 2022 T.R. aka Wortman

Brothers in Arms

Posted in Geschichten Allgemein with tags , , , , , , on 13. Januar 2022 by Wortman

„Chris halt durch!“
Brüllte Jack seinem besten Freund durch den Schlachtenlärm entgegen, während er so schnell er konnte, über das, von Kratern verwüstete, Schlachtwelt robbte. Es wäre unverzeihlich seinen besten Freund im Stich zu lassen.
Gewehrschüsse peitschten, Granaten krachten, Artilleriegschütze brüllten, Schlachtflugzeuge donnerten über ihre Köpfe hinweg und Panzer rasselten über die kraterartige Fläche. Gegnerische Scharfschützen nahmen sie aufs Korn und der Feind schoss aus allen Rohren.
Zehn Meter vor ihm sprengte eine Artilleriegranate ein gewaltiges Loch in den Boden. Er lugte um das Wrack eines ausgebrannten leichten Panzers. Ein Hoffnungsschimmer stieg in ihm auf, als er seinen Freund hinter einem Hügel zusammengekrümmt kauern sah, etwa dreißig Meter entfernt. Er rappelte sich auf und hechtete in den Krater, rollte sich unbeholfen ab und krabbelte auf der anderen Seite aus dem Loch. Er nahm all seinen Mut zusammen und sprintete die letzten zwanzig Meter zu seinem Freund, während ihm Kugeln um die Ohren flogen. Er schlitterte zu seinem Freund hinter dem Hügel.
„Warum machst du das?“
Fragte Chris ungläubig.
„Dich retten?“
Er holte Atem.
„Wir kennen uns seit dem Kindergarten, ich kann dich nicht im Stich lassen!“
„Zu spät, ich wurde getroffen, einer der Sniper …“
Jack wurde kreidebleich.
„WAS? Wo? Ich bin Medic, du Depp!“
Chris drehte sich zur Seite und offenbarte seine vor Blut triefende Uniform in der Lendengegend. Jack riss die Uniform auf und untersuchte die stark blutende Wunde. Er klopfte ihm auf die Schulter.
„Das bekommen wir wieder hin, wir bekommen das immer hin.“
Gekonnt entfernte er chirurgisch die deformierte Kugel und nähte fachmännisch die Wunde.
„Jetzt ein Bier, das wäre schön.“
Waren seine letzten Worte, als kurz danach eine 152mm Artilleriegranate in ihr Versteck einschlug und ihrer beiden Leben in einem Atemzug ausradierte.
Das Ende einer langen Freundschaft.
Gemeinsam bis in den Tod.

© L. S.

Die Unterschrift

Posted in Geschichten Allgemein with tags , , , , , , on 4. November 2021 by Wortman

In vier Wochen hatte der Killer insgesamt fünf Menschen getötet. Er ging dabei sehr brutal und perfide vor. Die Opfer wurden geköpft und aufrecht an Wänden, Pfählen oder Bäumen hingesetzt. Danach setzte er ihnen einen ausgehöhlten Kürbis auf in dem eine große Kerze brannte. Die Arme wurden auf den Oberschenkel gelegt und die hände dienten als Stütze für den abgeschnittenen Kopf. Der schaute zum Kürbis auf. Der Kommissar hatte diesen Aufbau mit „schau dir mein Kunstwerk an“ kommentiert.
Dieser Serienkiller schien sehr geplant vorzugehen. Solch eine Inszenierung brauchte Zeit und er musste sich sicher sein, dass die Ecken, wo er seine Opfer in der Nacht hinsetzte, kaum oder gar nicht frequentiert wurden.
Ein Schema hatte der Kommissar bei den Morden entdecken können. Der Serienkiller zählte rückwärts. Wenn der Abstand der Morde kein Zufall war, musste in drei Tagen das nächste Opfer sterben. Drei Tage waren nicht wirklich beruhigend, da man nicht wirklich voraussagen konnte, wo er als nächstes zuschlägt. Die Orte, wo die Opfer zuletzt gesehen wurden, schienen kein Muster aufzuweisen.
Der Kommissar war hin und her gerissen, da seine Vorgesetzten verlangten, dass er diverse Lockvögel einsetzen sollte. Er mochte diese Art der Verbrecherjagd nicht, da er mit den Jahren schon zwei Freunde und Kollegen verloren hatte. Solche Aktionen waren immer kitzlig, da sie nie perfekt vorgeplant werden konnten. Man musste immer mit Unwägbarkeiten rechnen.
Letztendlich blieb ihm nichts anderes übrig, als seine Unterschrift unter den Einsatzbefehl zu krakeln.

© 2021 T.R. aka Wortman