Eine Überlegung

Posted in Geschichten Allgemein with tags , , , , , , on 18. Juni 2021 by Wortman

Der Abend gestern lief wieder völlig anders als erwartet. Der Streit eskalierte dermaßen, das der blöde Kerl am Ende auf der Strecke blieb.
Jetzt leben wir allerdings in Deutschland und nicht in Amerika. Hier kann man nicht mal eben alles problemlos kaufen, was man vielleicht dafür gebrauchen könnte.
Viele Dinge funktionieren auch nur in Filmen so gut und nicht in der Realität.
Was soll ich tun?
Als Frau kann ich ihn schlecht in eine Picknickdecke einrollen, über die Schulter werfen und ungesehen zum Auto bringen. Ganz davon abgesehen, dass mein Kofferraum auch viel zu klein dafür wäre.
Also erst einmal ans Laptop und recherchieren, was man tun kann. Diverse Sachen habe ich da gefunden.
Letztendlich fand ich die Idee mit der Einbalsamierung als anatomische Fixierung interessant. Da kann ich mir den Kerl als abschreckendes Beispiel in eine Vitrine stellen.
Bleibt nur die Frage, bekomme ich ungehindert Ethanol, Glycerin, Formaldehyd und andere Dinge problemlos in der Apotheke?
Verwegen ist die Idee ja schon aber will ich mir das auch wirklich alles antun?

© 2012/2021 T.R. aka Wortman

Die Baracke

Posted in Horror/Grusel with tags , , , , , , on 5. Juni 2021 by Wortman

Das Wetter war gar nicht lau. Die Hitze brannte auf unsere Körper herunter und man hatte das Gefühl, man würde gleich anfangen zu dampfen.
Wir kamen an einer halb verfallenen Baracke an. Wir gingen durch die kaputte Tür ins Innere.
Der Anblick verschlug uns die Sprache.
Auf der einen Seite der Wand saßen oder lagen mehrere Skelette. Das allein war schon schrecklich, aber was sich im Rest des Raumes offenbarte, überstieg fast unsere Vorstellungskraft. In der Mitte des Raumes stand ein längerer, brauner Tisch auf dem ein Skelett lag. Ein Fleischermesser steckte in der Tischplatte. Dahinter in der Ecke des Raumes ein Knochenhaufen menschlicher Skelette.
Was mochte den Opfern widerfahren sein? Ich betete zu unserem Schöpfer, dass dieses Szenario nicht das war, wonach es aussah.
Was mich irritierte: Im ganzen Raum fanden sich weder Wertgegenstände, Kleidung oder andere Dinge. Nur ein Korsett lag, wie ein makaberer Scherz, unter dem Tisch.

Wir begruben die Überreste im Sand.

© 2012/2021 T.R. aka Wortman

Das Essen

Posted in Horror/Grusel with tags , , , , , , on 30. April 2021 by Wortman

Fred stand in der Küche und wartete auf seinen Bruder, der noch im Keller war. Als er seinen Bruder auf der Treppe hörte, goß er Öl in jede Pfanne und stellte den Herd an.
„Thomas, hast du was ausgesucht?“
„Natürlich! Zwei schöne Streifen vom Bein und zwei vom Rücken.“
„Perfekt“, antwortete Fred. „Es ist wichtig, dass wir das Fleisch trennen. So können wir besser herausfinden, ob es einen geschmacklichen Unterschied dieser Fleischarten gibt.“
Thomas hielt seine Hand über die Pfannen um die Hitze zu testen, dann legte er langsam die Streifen in das heiße Öl. Sein Bruder holte die Gewürze.
Ein besonderer Duft machte sich in der Küche breit.
„Thomas, was ist mit…“
„Sabine heißt sie.“ Thomas verdrehte die Augen.
„Ich merk mir die Namen nicht. Lohnt sich nicht wirklich.“
„Im Grunde hast du schon Recht, Fred.“
Fred grinste. „Es ist so ruhig. Was hast du gemacht?“
Thomas wendete die Fleischstreifen. „Bisschen betäubt. Hatte keine Lust auf das Gewimmer beim Schneiden!“
„Naja, sie wird eh nicht gerade glücklich darüber sein, wenn sie nachher spürt, was ihr fehlt…“

© 2021 T.R. aka Wortman

Auf dem Dachboden

Posted in Geschichten Allgemein with tags , , , , , on 13. April 2021 by Wortman

Sie hob ihre Nase und schnüffelte herum. Sie konnte es deutlich riechen. „Mmh, lecker!“, dachte sie sich. Bevor sie es allerdings genießen könnte, müsste sie es zuerst finden. Das stellte sich als eine schwierige Aufgabe heraus, denn dieser Dachboden war vollgepackt mit Gegenständen. Sinnlose Gegenstände, wie sie fand. Sie krabbelte auf dem Boden umher und quetschte sich durch jede mögliche Lücke hindurch. Dabei versuchte sie möglichst leise zu sein, denn die Bewohner dieses Hauses hatten sie ungern als Gast. Sie konnte nicht ganz verstehen aus welchem Grund. Persönlich dachte sie, sie wäre eine angenehme Zeitgenossin.

Sie spähte hinter einem alten Koffer hervor und dort war es. Ganz begeistert eilte sie hin. Auf ihrer Zunge konnte sie das feine Aroma bereits schmecken, als alles plötzlich vorbei war. Man hörte ein Schnappgeräusch und das Licht war aus. So schnell es anfing, ging es auch zu Ende. Doch es gab einen Trost: Das Letzte, woran die Maus gedacht hatte, war, wie lecker der Käse schmecken würde.

© 2021 Andy Wirsz
Blog von Andy